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Beurkundung der Geburt eines Deutschen im Ausland

Foto eines lachenden Babys

Foto eines lachenden Babys, © www.colourbox.com

01.12.2017 - Artikel

Allgemeines

Ist ein Deutscher* im Ausland geboren, so kann der Personenstandsfall auf Antrag im Geburtenregister oder im Sterberegister des zuständigen Standesamts beurkundet werden. Für den Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit ist der Zeitpunkt der Antragstellung maßgebend. Dabei ist es unerheblich, ob die betroffene Person vor oder nach dem 01.01.2009 geboren ist.

Die Botschaft ist befugt, Anträge auf Beurkundung der Geburt eines Deutschen entgegenzunehmen, wenn sich der Personenstandsfall im Ausland ereignet hat und die antragsberechtigte Personen ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Amtsbezirk der Botschaft hat.

Zuständigkeit

Für die Beurkundung der Geburt ist in erster Linie das Standesamt zuständig, in dessen Zuständigkeitsbereich die im Ausland geborene Person ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Ergibt sich danach keine Zuständigkeit, so ist das Standesamt zuständig, in dessen Zuständigkeitsbereich die antragsberechtigte Person ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Bei Fehlen jeglicher Inlandsanknüpfung ist die Ersatzzuständigkeit des Standesamts I in Berlin gegeben.

Antragsberechtigung

Bei einer Geburt sind die Eltern, das Kind, um dessen Geburt es sich handelt, dessen (letzter) Ehegatte oder Lebenspartner oder dessen Kinder antragsberechtigt. Eine Reihenfolge für die Antragsberechtigung ist nicht festgelegt. Ist ein Kind adoptiert, können nur die Annehmenden den Antrag als Eltern stellen. Als Kinder sind sowohl die leiblichen als auch die adoptierten Kinder des Betroffenen antragsberechtigt.Weitere Abkömmlinge, z.B. Enkelkinder, haben kein Antragsrecht.

Beizufügende Nachweise und Unterlagen

Die nachfolgende Aufzählung ist nicht abschließend. Das zuständige Standesamt kann im Einzelfall die Vorlage weiterer Unterlagen verlangen.

  • Nachweis der Geburt des Kindes (ausländische Geburtsurkunde des Kindes, kann diese nicht vorgelegt werden, sonstige Nachweise über die Geburt (z.B. Krankenhausbescheinigung, Bescheinigung der Hebamme, Taufschein)

  • bei einem Kind von miteinander verheirateten Eltern: Nachweis der Geburt und Eheschließung der Eltern (Geburtsurkunden und Eheurkunde bzw. beglaubigter Eheregisterausdruck)

  • bei einem Kind von nicht miteinander verheirateten Eltern: Geburtsurkunde der Mutter, ggf. Nachweis der Anerkennung der Vaterschaft und Geburtsurkunde des Vaters, ggf. Sorgeerklärungen

  • bei Eheauflösung außerdem: Sterbeurkunde oder rechtskräftiger Beschluss über die Todeserklärung bzw. Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk, ggf. Anerkennungsbescheid der Landesjustizverwaltung

  • Nachweis der Staatsangehörigkeit der Eltern und des Kindes (soweit vorhanden), z.B. beglaubigte Kopie des Reisepasses oder Passersatzes, des amtlichen Personalausweises mit Angabe der Staatsangehörigkeit oder eine Bescheinigung der zuständigen Heimatbehörde bzw. eine Staatsangehörigkeitsurkunde).

  • Falls einer der Beteiligten die Staatsangehörigkeit nicht seit Geburt besitzt, sollte die entsprechende Staatsangehörigkeitsurkunde in beglaubigter Kopie beigefügt werden.

  • ggf. Namenserklärungen oder Nachweise zur Namensführung

Gebühren

a) Erhebung durch die Auslandsvertretungen

Für die evtl. erforderliche Beglaubigung der Unterschrift wird eine Gebühr in Höhe von 20,- Euro erhoben (zahlbar ausschließlich in Landeswährung zum jeweils aktuellen Zahlstellenkurs der Botschaft).

Für die Erhebung anderer Gebühren und Auslagen (z.B. Beglaubigung von Fotokopien,(Bestätigung von Übersetzungen, Legalisation) werden Gebühren nach Einzelfallberechnung erhoben.

b) Erhebung durch das zuständige Standesamt

Gebühren und Auslagen für Anträge auf Beurkundung der Geburt eines Deutschen im Ausland werden gemäß § 72 PStG durch das zuständige Standesamt nach Maßgabe von Landesrecht erhoben. Es gibt keine bundeseinheitliche Gebühren- und Auslagenregelung mehr, so wie dies bisher der Fall war.

Es muss mit nicht unerheblichen Gebühren gerechnet werden. Standesamt I teilte mit, dass in Berlin für die Beurkundung der Geburt eines Deutschen im Ausland voraussichtlich eine Grundgebühr von 60 Euro erhoben wird. Dieser Betrag erhöht sich um 20 Euro, wenn ausländisches Recht zu beachten ist, so dass je nach Falllage bis zu 80 Euro fällig werden.

Wird eine gesonderte Bescheinigung über die Wirksamkeit einer im Rahmen des Antrages auf Beurkundung der Geburt abgegebenen Namenserklärung gewünscht, fallen weiter 10 Euro Gebühr an.

Die Ausstellung einer Geburtskunde bzw. eines beglaubigten Registerausdrucks aus dem Geburtenregister kostet ebenfalls jeweils 10 Euro, sowie 5 Euro für jede weitere, gleichzeitig bestellte Ausfertigung der gleichen Urkunde.


Aufgrund der Höhe der anfallenden Gebühren, wird das Standesamt I diese vor Beurkundung in Vorauskasse erheben. Antragsteller erhalten dazu eine entsprechende Aufforderung.


* Substantivische Personenbezeichnungen sind der Lesbarkeit halber geschlechtsneutral verwendet, sollen aber jeweils die maskuline und feminine Bedeutung eines Begriffes mit umfassen.



Bitte beachten Sie: ​​​​​​​

  • Auf Wunsch wird Ihnen eine gebührenpflichtige Kopie bzw. beglaubigte Kopie des Antrags ausgehändigt. 

  • Eine Unterschriftsbeglaubigung ist nur erforderlich, sofern im Rahmen des Antrages eine Namenserklärung abgegeben wird. 

  • Der Antrag kann direkt beim zuständigen Standesamt (siehe Punkt 2) unten) gestellt werden, sofern keine Unterschriftsbeglaubigung erforderlich ist. 

  • Sofern Sie in Deutschland noch einen Meldewohnsitz haben, wenden Sie sich bitte an das für den Wohnsitz zuständige Standesamt. 

  • Die Antragstellung ist nicht an eine Frist gebunden und somit jederzeit möglich. 

  • Ausländische öffentliche Urkunden sollten in legalisierter Form vorgelegt werden. 

Weitere Informationen

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